Wohnkostenentwicklung der letzten Jahre verschärft Einkommensarmut Älterer in Deutschland

© Pixabay

Gestiegene Wohnkosten in Deutschland haben dazu geführt, dass ein größerer Anteil älterer Menschen armutsgefährdet ist, sobald ihre Wohnkosten berücksichtigt werden. Der zwischen 1996 und 2017 substanziell gewachsene Anteil unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze zeigt den starken Einfluss gestiegener Wohnkosten auf das verbleibende Einkommen. Ältere Menschen mit schuldenfreiem Wohneigentum sind kaum von dieser Entwicklung berührt. In Miethaushalten, mit hypotheken- oder kreditbelastetem Wohnbesitz, in Einpersonenhaushalten und mit Migrationshintergrund tragen sie dagegen ein erhöhtes Risiko für relative Einkommensarmut im Alter.

Bedarfsgerechter und bezahlbarer Wohnraum ist für Ältere besonders wichtig. Sie verbringen ihre Zeit überwiegend zuhause und haben eine größere emotionale Verbundenheit mit ihrer Wohnung und ihrer Nachbarschaft. Nicht selten verfügen sie dort über ein soziales Hilfsnetzwerk, das sie in ihrem Alltag unterstützt. Ihre Einkommenssituation ist gleichzeitig verfestigt – nennenswerte Einkommenssteigerungen sind im Regelfall nicht zu erwarten. Vor dem Hintergrund einer ohnehin gestiegenen Altersarmut in Deutschland stellen steigende Wohnkosten eine weitere finanzielle Belastung dar. Alberto Lozano Alcántara vom Deutschen Zentrum für Altersfragen und Claudia Vogel von der Hochschule Neubrandenburg untersuchten mit Daten des Sozioökonomischen Panels den Einfluss der Wohnkosten auf das Armutsrisiko von Menschen ab 65 Jahren. Zwei Zeitpunkte wurden miteinander verglichen: 1996 bis 2001 gilt als eine Periode relativ stabiler Wohnkosten, während zwischen 2012 bis 2017 ein starker Anstieg der Wohnkosten zu verzeichnen ist.

Mehr:https://idw-online.de/de/news772952