Wie erlebten Senioren den Corona-Lockdown?

Ältere Menschen bilden eine besondere Risikogruppe für schwere Verläufe von Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus. Eine große repräsentative Studie der Universität Leipzig mit über 1.000 Studienteilnehmern zwischen 65 und 94 Jahren belegt nun, dass alte Menschen die Maßnahmen des Gesundheitsschutzes in sehr hohem Maße unterstützen. Anders als vermutet, erwiesen sich die Senioren in Deutschland im Corona-Lockdown auch als mehrheitlich psychisch stabil.

Bereits veröffentlichte internationale Studien über SARS-Virus-Ausbrüche schließen vielfach jüngere Menschen mit ein. Diese Studien zeigen im Ergebnis klare negative psychosoziale Folgen von Isolations- und Quarantänemaßnahmen. Über die Reaktion älterer Menschen ist dagegen bisher wenig bekannt. Das veranlasste die Wissenschaftlerinnen vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) eine Momentaufnahme der psychischen Gesundheit alter Menschen direkt im Lockdown zu untersuchen. Die Wissenschaftlerinnen befragten im April dieses Jahres insgesamt 1005 Senioren im Alter von 65 bis 94 Jahren zu ihren persönlichen Einstellungen zur Pandemie und zu den Maßnahmen des Gesundheitsschutzes sowie zu ihrer psychosozialen Gesundheit. Die Ergebnisse dieser repräsentativen Stichprobe in Bezug auf Depressivität, Ängstlichkeit, Somatisierung und Einsamkeit unterschieden sich nicht von den Resultaten, die man für die deutsche Allgemeinbevölkerung aus Vor-Pandemie-Zeiten kennt. Die soziale Unterstützung hingegen wurde insgesamt als besser empfunden. Dabei fühlten sich ältere Menschen, die zum Beispiel telefonisch oder virtuell in engem Austausch mit anderen Personen jenseits des eigenen Haushalts standen, besonders sozial unterstützt. Diejenigen, wo dies nur partiell der Fall war, wiesen mehr Stresssymptome auf.

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