Singledasein im Jugendalter ist kein Risiko für den Selbstwert

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Etwa die Hälfte aller Deutschen hat bis zum 16. Geburtstag eine erste partnerschaftliche Beziehung begonnen und romantische Erfahrungen gesammelt. Doch was ist eigentlich mit der anderen Hälfte, die sich in Liebesdingen mehr Zeit lässt? Mangelt das Selbstwertgefühl bei den Jugendlichen, die erst später eine Partnerin oder einen Partner finden? Beeinträchtigt ein späterer Start ins Beziehungsleben möglicherweise sogar die Persönlichkeitsentwicklung? Psychologinnen und Psychologen der Universität Jena haben diese Fragen genauer untersucht und nun eine klare Antwort gefunden: Single zu sein, stellt im Jugendalter kein Risiko für einen geringeren Selbstwert dar.

„Die erste Beziehung ist ein sehr normatives Ereignis – sie markiert einen Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung. Aus wissenschaftlichen Studien wissen wir, dass Personen, die ihre erste romantische Beziehung eingehen, beispielsweise eine Zunahme in emotionaler Stabilität und im Selbstwertgefühl erleben. Was aber das Ausbleiben oder Verzögern der ersten romantischen Beziehung mit dem Selbstwert macht, ist unklar. Rund 22 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland bleiben bis zum Alter von 20 nämlich Single“, fasst Tita Gonzalez Avilés von der Universität Jena, die die Studie im Rahmen ihrer Dissertation durchgeführt hat, die Ausgangssituation ihrer Forschung zusammen. „Wir haben nun herausgefunden, dass sich das Selbstwertgefühl nicht verschlechtert, wenn man erst später die erste romantische Beziehung eingeht. Während der späten Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter Single zu sein und erst später die erste romantische Beziehung zu führen, stellt kein Risiko für das Selbstwertgefühl von Jugendlichen und frühen Erwachsenen dar.“

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