Kindern die Corona-Angst nehmen

Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Heidelberg, erklärt, wie Eltern mit der aufkeimenden Panik umgehen können.

Ist die Angst vor dem Virus ansteckender als das Coronavirus selbst? An einigen Schulen trauen sich Kinder schon nicht mehr in den Unterricht, da manche Lehrer oder Mitschüler Hysterie verbreiten. Nun ist auch Südtirol zum Risikogebiet erklärt worden. Wie können Eltern mit dem Thema umgehen und ihre Kinder beruhigen, wenn beispielsweise ein Mitschüler in den Ferien im Risikogebiet war? Die Leiterin der Heidelberger Akademie für Psychotherapie, Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer, klärt auf.

Wie beschreibe ich die Erkrankung?
Wir sollten sprachlich sensibel damit umgehen, die Krankheit deutlich und klar beschreiben, dabei aber nicht übertreiben und angstbesetzte Worte verwenden. Die Medien verunsichern uns, sprechen von „Panik“, einer „Pandemie“ und von den „Infizierten“. Sie titeln, dass weltweit 3.000 Menschen am Coronavirus erkrankt sind, anstatt die Zahl in Relation zur Weltbevölkerung zu setzen, was sich weniger bedrohlich anhört. Wir sollten die Erkrankung benennen, aber dabei bei den Fakten bleiben und erklären, dass „normale“ Grippeviren viel häufiger sind und an ihnen auch ein bis zwei von 1.000 erkrankten Menschen sterben. Auch wenn die Sterblichkeitsrate an diesem neuartigen Virus in China und Italien höher ist – durch das Coronavirus ist bislang hierzulande niemand gestorben und der Verlauf ist meist milde, wie eine Erkältung eben.

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